Eine ungewöhnlich lange Erntezeit – von 20. September bis Ende Oktober – beschert uns heuer sehr unterschiedliche Weine. Während die letzten beiden Jahrgänge jeweils hauptsächlich ein extrem zuließen (2009: kräftige Reserveweine, 2010: leichte Trinkweine), dürfte 2011 ein echter Allrounder werden. Am Anfang der Lese haben wir säurebetonte, zuckerarme Trauben für Welschriesling und Grüner Veltliner von den Rieden geerntet. Dann kam die Haupternte für Weinviertel DAC. Ende Oktober haben wir dann Riesling, Veltliner und Chardonnay mit Rekordmostgewichten gelesen: 20° bis 22° Klosterneuburger Mostwaage lassen Alkoholgehalte bis zu 14,5 Vol% erwarten.

Großartiges erwarten wir auch bei den Rotweinen: Ganz toll waren die Zweigelt-Trauben, aber auch Merlot und Cabernet waren optimal. Pinot Noir war fast schon zu reif.

Die vollständige Vergärung aller Weine läßt auf eine gute Nährstoffversorgung der Hefe schließen. Daher kann man auch mit reifen, sauberen Aromen rechnen. Unser Gebiet war ja heuer besonders bevorzugt: Während fast ganz Österreich schon im April über Trockenheit geklagt hat, waren unser Frühling und unser Sommer niederschlagsreich. Entsprechend gut war die Versorgung der Reben und damit die Aromenausbildung. Erst der Spätsommer und der Herbst waren sehr trocken. Insgesamt also ein optimales Weinjahr. (11/2011)